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Ein grüner Wellensittich steht auf einem Berg von Vogelsand.

Der feine Vogelsand galt jahrzehntelang als unangefochtener Standard für den Käfigboden. Doch das Wissen über Wellensittich-Haltung hat sich weiterentwickelt. Heute fragen sich viele Halter zu Recht: Ist der klassische Käfigsand noch zeitgemäß? Ist er hygienisch oder staubt er nur unnötig? In diesem Ratgeber klären wir auf, wann diese Einstreu sinnvoll ist, warum sie für die Verdauung oft missverstanden wird und welche modernen Alternativen es gibt.

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Was ist dieser Bodengrund eigentlich genau?

Bei dem handelsüblichen Produkt handelt es sich um einen speziell aufbereiteten Bodenbelag für Käfige. Er besteht in der Regel aus feinem Quarzsand, der gereinigt, getrocknet und sterilisiert wurde. Wichtig ist, dass die Körner abgerundet sind, um Verletzungen zu vermeiden. Doch das Material allein ist meist nicht das, worauf es ankommt. Fast immer ist es mit Zusätzen angereichert:

  • Muschelgrit (Magenkiesel): Das ist der wichtigste Bestandteil. Wellensittiche benötigen diese sogenannten Magenkiesel zwingend für ihre Verdauung. Da sie keine Zähne haben, zerreibt der Muskelmagen mithilfe des Grits die Körner.
  • Anisöl: Ein ätherisches Öl, das antibakteriell wirken kann und für den typischen, frischen Geruch sorgt. Aber Achtung: Nicht alle Vögel mögen diesen intensiven Duft.
  • Kalk/Mineralien: Dient der Versorgung des Knochenbaus und der Federbildung.
Nahaufnahme von Vogelsand mit Grit (Mineralstückchen) als Einstreu für Wellensittiche

Vogelsand mit Grit: als Einstreu und zum Wühlen – staubarme Qualität bevorzugen.

 

Wichtiger Experten-Hinweis: Viele Halter verwechseln den Bedarf an Sand mit dem an Grit. Wellensittiche brauchen Grit für die Verdauung, aber sie brauchen nicht zwingend Sand als Bodenbelag. Grit kann (und sollte bei alternativer Einstreu) separat in einem Napf angeboten werden.

Ohne die Aufnahme von Magenkieseln (Grit) können Wellensittiche ernsthafte Verdauungsprobleme wie Durchfall oder eine lebensbedrohliche Kropfverstopfung erleiden. Die mineralische Einstreu selbst dient dabei primär der Hygiene und Beschäftigung.

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Vor- und Nachteile: Ist der Klassiker noch zeitgemäß?

Traditionell dient der Bodenbelag dazu, Kot zu binden und Feuchtigkeit aufzusaugen. Doch moderne Vogelhaltung legt mehr Wert auf Staubvermeidung, um die empfindlichen Luftsäcke der Vögel zu schützen.

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Warum manche Halter auf die Sand-Methode schwören (Vorteile)

  • Integrierte Mineralversorgung: Da Grit meist enthalten ist, nehmen die Vögel diesen beim Picken am Boden automatisch auf.
  • Schnabelpflege: Das Reiben des Schnabels im Untergrund kann helfen, Hornüberstände natürlich abzunutzen.
  • Preis & Verfügbarkeit: Das Produkt ist günstig und in jedem Supermarkt erhältlich.

Warum Experten oft abraten (Nachteile)

  • Staubbelastung: Das größte Manko. Feiner Staub wirbelt bei jedem Flügelschlag auf. Dies kann die Atemwege reizen und chronische Atemwegserkrankungen begünstigen oder verschlimmern.
  • Hygiene-Trugschluss: Der Boden sieht zwar sauber aus, aber Kot und Futterreste vermischen sich schwer trennbar mit dem Belag. Bakterien können sich bei Feuchtigkeit schnell vermehren.
  • Verletzungsgefahr: Bei zu grobem oder scharfkantigem Material (Billigprodukte) können wunde Stellen an den Füßen (Sohlenballengeschwüre) entstehen.

Anwendung: Worauf Du achten musst

Möchtest Du bei der mineralischen Einstreu bleiben, nutze sie richtig. Streue den Käfigboden etwa 1 bis 2 cm dick ein. Das reicht aus, damit der Boden bedeckt ist und Feuchtigkeit aufgenommen wird, verhindert aber unnötige Verschwendung.

Wellensittich pickt auf Vogelsand im Käfig, Grit und Körnchen sind sichtbar.

Wellensittich auf Vogelsand: Beim Picken und Wühlen können Sand, Futterreste und Grit zusammenkommen.

Kaufkriterien für gute Qualität

Die Beschaffenheit ist entscheidend für die Gesundheit Deiner Tiere. Achte auf folgende Punkte:

  • Körnung: Das Granulat muss als „abgerundet“ oder „gewaschen“ gekennzeichnet sein, um die Füße zu schonen.
  • Ohne chemische Zusätze: Meide stark parfümierte Sorten (außer natürlichem Anis), da Wellensittiche sehr empfindlich auf Chemie reagieren.
  • Staubarm: Ein Qualitätsmerkmal. Wirbelt es beim Einfüllen stark, ist das Produkt schlecht für die Lungen deiner Vögel.
  • Grit-Anteil: Prüfe, ob Muschelgrit enthalten ist. Wenn nicht, musst Du Grit und Mineralien separat zufüttern.

Produktempfehlungen aus der Praxis

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  • Versele-Laga Prestige: Premium-Mischung mit Anis und sterilisiertem Muschelgrit. Oft etwas staubärmer als Discounter-Ware.
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  • JR Farm: Bietet oft naturbelassene Varianten aus reinem Quarzsand an.
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Die besten Alternativen zu herkömmlichem Vogelsand

Viele erfahrene Halter und Züchter steigen mittlerweile um. Alternativen sind oft hygienischer, leichter (weniger Müllgewicht!) und gesünder für die Atemwege. Hier sind die Top-Favoriten:

1. Buchenholzgranulat (BHG)

Der Goldstandard in vielen Volieren. Buchenholzgranulat besteht aus zerkleinerten Holzspänen (ohne Rinde).
Vorteil: Es ist nahezu staubfrei, sehr saugfähig und sieht natürlich aus. Kot fällt durch die Späne nach unten, sodass die Vögel weniger Kontakt damit haben.
Wichtig: Da BHG keinen Grit enthält, musst Du unbedingt einen separaten Napf mit Vogelgrit anbieten!

2. Hanfeinstreu / Leinstreu

Sehr weich und extrem saugfähig. Diese Einstreu wird oft für Nager verwendet, eignet sich aber hervorragend für Vögel mit Fußproblemen, da sie sehr weich polstert. Zudem ist Hanfeinstreu biologisch vollständig abbaubar und kompostierbar.

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3. Zeitungspapier / Küchenpapier

Klingt simpel, ist aber für Krankenkäfige oder zur Beobachtung des Kots (z.B. bei Verdacht auf Megabakterien) ideal. Es staubt nicht und ist billig. Nutze jedoch nur unbeschichtetes Papier und achte darauf, dass die Druckerschwärze (heute meist ungiftig) vollständig getrocknet ist.

💡 Profi-Tipp: Die Wühlkiste – Das Beste aus zwei Welten

Du willst nicht auf die Vorteile der mineralischen Komponenten verzichten, aber den Staub vermeiden? Mach es wie die Profis:

Verwende als Haupteinstreu Buchenholzgranulat. Stelle zusätzlich eine flache, schwere Tonschale (z.B. einen Blumenuntersetzer) mit etwas Vogelsand und Grit auf den Boden. Verstecke darin ein paar Körnchen.

Der Vorteil: Deine Wellis können ihrem natürlichen Trieb nachgehen und im Boden wühlen, während der Rest des Käfigs sauber und staubfrei bleibt. Die Sandschale lässt sich zudem täglich im Handumdrehen frisch machen.

Reinigung und Entsorgung

Egal ob Granulat oder Holz: Hygiene ist das A und O, um Bakterien und Pilze (wie Aspergillus) zu vermeiden.

  • Täglich: Entferne Kotanhäufungen, Spelzen und Frischfutterreste.
  • Wöchentlich: Komplettaustausch der Einstreu und Auswaschen der Bodenschale mit heißem Wasser (evtl. mit einem Schuss Essigwasser statt scharfer Reiniger).

Wohin mit der alten Einstreu?

Ein häufiger Fehler: Das Material gehört nicht in die Biotonne und auch nicht in die Toilette (Verstopfungsgefahr!).

Mineralischer Sand verrottet nicht. Er gilt als Bauschutt bzw. Restmüll.
Richtige Entsorgung: Kleine Mengen kommen in den Restmüll (graue Tonne). Mehr Informationen zur korrekten Mülltrennung findest du beispielsweise im Abfallratgeber des BMUV. Wenn Du einen Garten hast, kannst Du geringe Mengen (ohne Kot!) zur Bodenauflockerung untermischen, aber wegen der Kotbelastung ist die Restmülltonne der sicherere Weg.

Warnung: Spielsand und Strandsand sind tabu!

Es mag verlockend sein, Bodengrund vom Strandurlaub mitzubringen oder den günstigen Spielsand aus dem Baumarkt zu nehmen. Bitte tue dies Deinen Vögeln nicht an.

Nahaufnahme von Strandsand am Meer – als Hinweis, dass Strandsand für Wellensittiche ungeeignet sein kann.

Strandsand ist kein Vogelsand: Salz, Schmutz und mögliche Schadstoffe machen ihn als Einstreu riskant.

  • Salzgehalt: Strandsand ist viel zu salzig. Das führt zu schweren Nierenschäden bei Wellensittichen.
  • Keime & Parasiten: Natursand ist nicht sterilisiert. Du kannst Dir Würmer, Milben oder Bakterien einschleppen.
  • Verunreinigungen: Glassplitter, Zigarettenreste oder chemische Belastungen im Spielsand sind lebensgefährlich.

Häufige Fragen zu Vogelsand

Nein, **Vogelsand** als Einstreu ist nicht notwendig. Lebensnotwendig ist nur der darin oft enthaltene **Grit** (Magenkiesel). Bietest Du Alternativen wie Buchenholzgranulat an, musst Du Grit einfach in einem extra Napf füttern.
Verschmutzte Stellen sollten täglich entfernt werden. Ein kompletter Wechsel ist mindestens einmal pro Woche nötig, bei vielen Vögeln oder kleineren Käfigen öfter.
Die besten Alternativen sind Buchenholzgranulat (BHG), Hanfeinstreu oder für medizinische Zwecke einfaches Küchenpapier. Sie stauben weniger und sind oft hygienischer.
Das ist sehr gut möglich. Der feine Staub („Sandstaub“) belastet die empfindlichen Luftsäcke der Vögel. Ein Wechsel auf staubfreies Buchenholzgranulat bringt oft eine sofortige Besserung.
Nein! Spielsand ist oft zu feucht (Schimmelgefahr), nicht sterilisiert und hat die falsche Körnung. Verwende nur Produkte, die für Ziervögel zugelassen sind.

Fazit: Sand oder nicht?

Sand ist eine günstige und traditionelle Lösung, aber nicht mehr die einzige. Wenn Du Wert auf Staubfreiheit und Lungengesundheit legst, ist ein Wechsel auf Buchenholzgranulat oft die bessere Wahl – vorausgesetzt, Du bietest Grit separat an oder nutzt unseren Profi-Tipp mit der Wühlkiste.

Was verwendest du als Einstreu für deine Wellis? Hast du Erfahrungen mit dem Wechsel von Sand auf Granulat gemacht? Schreib uns deine Tipps in die Kommentare! 👇

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Vögel sind meine Leidenschaft: Schon seit Kindheitstagen ist mein Leben eng mit Wellensittichen verbunden. Mittlerweile bereichern auch andere australische Sittiche meinen Alltag. Als aktives Mitglied der AZ e. V. teile ich hier fundiertes Praxiswissen für eine Haltung, bei der das Tierwohl an erster Stelle steht. Dieses Projekt betreibe ich mit viel Herzblut – unabhängig, ehrlich und zur Kostendeckung finanziert durch *Affiliate-Links und Werbung.

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    Uwe 14. August 2018 at 10:59 - Reply

    Was genau sollte denn der Welli mit dem Sand tun? Unseren Welli habe ich noch nie auf dem Käfigboden gesehen, es sei den er hat sich bei der Landung mal verkalkuliert. Er ist ein Käfigsitzer der kaum fliegt und immer nur in seinem Käfig sitzen will. Ab und zu holen wir Ihn raus damit er mal fliegen muss, dann aber meist nicht weit und nur zum Käfig zurück. Ansonnsten klettert er nur auf dem oben offenen Käfig rum und kommt kaum raus. Obwohl er sich soweit wohlfühlt. Er war schon von Anfang an etwas komisch. Es war einer von Dehner glaub. Ich weiß eig. sollte man besser zwei halten aber Oma versteht das nicht mehr so gut.