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Keimfutter für Wellensittiche

Keimfutter ist eine der nährstoffreichsten Ergänzungen für Wellensittiche. Während der Mauser, der Brutzeit, bei Krankheit oder im Winter liefert es frische Vitamine, Mineralstoffe, Enzyme und leicht verdauliche Energie in einer Form, die der natürlichen Ernährung von Wildwellensittichen sehr nahekommt.

Zusammenfassung – das Wichtigste in Kürze

  • Keimfutter liefert Vitamine, Enzyme und Mineralstoffe
  • ideal bei Mauser, Brut, Krankheit und im Winter
  • Hygiene ist entscheidend
  • nur keimfähige ganze Körner verwenden
  • täglich frisch ansetzen
  • maximal 1 TL pro Vogel
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Was ist der Unterschied zwischen Quellfutter und Keimfutter?

Quellfutter

Quellfutter entsteht, wenn Saaten 12–24 Stunden in Wasser eingeweicht werden. Das Korn hat sich vollgesogen und ist gut verdauulich – aber noch nicht sichtbar gekeimt.

Keimfutter

Keimfutter entsteht, wenn eingeweichte Körner 2–3 Tage keimen. Es bilden sich weiße Keimspitzen, und die Körner enthalten besonders viele:

  • Vitamine der B-Gruppe
  • Vitamin E
  • Enzyme
  • sekundäre Pflanzenstoffe
  • leicht verwertbare Energie

Gerade Vitamin E spielt eine große Rolle für Fruchtbarkeit, Regeneration und ein starkes Immunsystem.

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Warum Keimfutter füttern? – Vorteile für Wellensittiche

Keimfutter ist eine wertvolle Ergänzung zum täglichen Körnerfutter und unterstützt Wellensittiche in vielen Lebensphasen. Durch den Keimprozess steigt die Nährstoffdichte deutlich an. Vitamine der B-Gruppe, Vitamin E, Mineralstoffe und Enzyme werden für die Vögel wesentlich besser verfügbar und können vom Körper leichter verarbeitet werden. Gleichzeitig verbessert sich die Verdauung, da die im Korn enthaltenen Enzyme aktiviert werden und die Körner somit leichter verdaulich werden.

Keimfutter auf einem Salatblatt angeboten, um Wellensittiche an die frischen Keime zu gewöhnen

Sanfte Methode zur Keimfutter-Gewöhnung

Ein weiterer Vorteil ist der natürliche Bezug: In ihrem ursprünglichen Lebensraum fressen Wellensittiche vor allem junge Gräser und halbreife Samen, also genau das, was gekeimte Körner sind. Keimfutter kommt diesem Verhalten sehr nahe und bietet den Vögeln eine artgerechte, frische Ergänzung – besonders dann, wenn frisches Obst und Gemüse im Winter knapp wird.

Auch geschwächte, kranke oder mausernde Wellensittiche profitieren von den zusätzlichen Vitaminen und der hohen Energiedichte. Allerdings sollte Keimfutter immer maßvoll angeboten werden. Wie bei Eifutter kann ein übermäßiges Angebot insbesondere bei Hennen die Brutstimmung fördern, weshalb die Dosierung mit Bedacht gewählt werden sollte.

Wie viel Keimfutter dürfen Wellensittiche fressen?

  • Maximal 1 Teelöffel pro Vogel und Tag
  • In der Winterzeit gern etwas mehr, weil Vitamine aus Grünfutter fehlen
  • Bei Hennen sparsam dosieren

Viele Wellensittiche kennen Keimfutter anfangs nicht. Ein Trick:

👉 Keimfutter auf ein Salatblatt legen – das macht es attraktiver und reduziert Skepsis.

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Keimfutter für Wellensittiche selber machen – Schritt-für-Schritt erklärt

Um Keimfutter herzustellen, gibt es verschiedene Methoden: die Siebmethode, spezielle Keimautomaten oder praktische Sprossengläser. Letztere sind besonders beliebt, da sie wenig Platz benötigen, sauber bleiben und den gesamten Keimprozess gut kontrollierbar machen. Ein Sprossenglas ist daher für Einsteiger und erfahrene Halter die einfachste und sicherste Methode, um frisches Keimfutter zuzubereiten.

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Für eine gelungene Herstellung ist es wichtig, die einzelnen Schritte sorgfältig auszuführen und streng auf Hygiene zu achten. Schon ein kleiner Fehler, wie das Auslassen des Spülens oder zu warme Umgebungstemperaturen, kann dazu führen, dass sich Bakterien oder Schimmel bilden. Im folgenden Abschnitt findest du eine ausführliche Anleitung zur Herstellung von Keimfutter im Sprossenglas sowie Tipps, wie du es gesund für deine Wellensittiche hältst.

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Wenn du zusätzlich wissen möchtest, welches Grundfutter sich optimal mit Keimfutter kombinieren lässt, findest du hier weitere Tipps für eine ausgewogene und naturnahe Ernährung.

Geeignete Saaten für Keimfutter

Nicht alle Saaten, die im Futternapf landen, sind keimfähig oder für die Herstellung von Keimfutter geeignet. Viele handelsübliche Mischungen enthalten geschälte Körner, Zusatzstoffe oder Ölsaaten, die entweder gar nicht keimen oder während des Keimprozesses schnell verderben. Um sicheres und nährstoffreiches Keimfutter herzustellen, sollten daher ausschließlich ganze, ungeschälte und unverarbeitete Körner verwendet werden.

Im folgenden Abschnitt findest du eine Übersicht über geeignete Saaten sowie solche, die du unbedingt meiden solltest, um Schimmel, Fehlgärung oder Verdauungsprobleme bei deinen Wellensittichen zu vermeiden.

Saartyp Geeignet zum Keimen? Hinweis
Buchweizen Keimt sehr zuverlässig
Dari Beliebte Hirseart
Hafer (ungeschält) Nur ganze Körner sind keimfähig
Japanhirse Sehr gute Keimquote
Kardi Ölsaat, dennoch gut keimfähig
Mungobohnen Robuste, große Keime
Negersaat Gut geeignet für Keimsaatmischungen
Platahirse Sehr feine und schnell keimende Saat
Silberhirse Für alle Keimstufen geeignet
Sorghum (Milo) Gute Keimfähigkeit
Spitzsamen Feine, schnell keimende Saat
Weizen Klassische Keimsaat
Geschälter Hafer Keimt nicht – äußere Hülle fehlt
Leinsamen Bildet Schleim, verdirbt schnell
Knaulgras / Grassamen Nicht zuverlässig keimfähig
Mischungen mit Honig, Zucker, Bäckereierzeugnissen oder Trockenfrüchten Nicht geeignet für Keimfutter
Weiterführende Informationen zur artgerechten Ernährung findest du auch bei
Papageien.org – Ernährung von Sittichen.

Hygiene beim Keimfutter – absolut entscheidend

Bei der Herstellung von Keimfutter spielt Hygiene eine zentrale Rolle, da sich während des Keimprozesses Bakterien, Schimmelsporen und Hefen besonders schnell vermehren. Feuchtigkeit und Wärme schaffen ideale Bedingungen für diese Mikroorganismen. Sie verderben das Futter und können bei Wellensittichen zu schwerwiegenden Problemen wie Durchfall, Kropfentzündungen oder Leberbelastungen führen. Um sichere und hochwertige Keimsaat zu erhalten, ist ein sorgfältiger Umgang daher unerlässlich.

Hygienische Zubereitung von Keimfutter im Sprossenglas mit gründlichem Spülen der Saaten

Saubere Zubereitung schützt Wellensittiche vor Keimen

Die Saaten sollten bereits vor dem Einweichen gründlich unter warmem Wasser gespült werden, um Staub und Schmutzpartikel zu entfernen. Auch die verwendeten Utensilien – etwa Siebe, Schalen oder Sprossengläser – müssen nach jedem Durchgang gereinigt werden. Einfaches Spülen reicht jedoch nicht aus. Wichtig ist eine Desinfektion mit warmem Essigwasser, um Keime zuverlässig abzutöten und Rückstände zu lösen, die sich in kleinen Ritzen absetzen könnten.

Sprossenglas mit eingeweichten Saaten und frischem Keimfutter beim Herstellen für Wellensittiche

Sprossenglas für die Keimfutterzubereitung

Während des Keimprozesses sollten die Körner regelmäßig gespült werden, damit sie frisch bleiben und sich kein Biofilm bildet. Kurz vor dem Verfüttern ist ein letzter Spülgang sinnvoll, um eventuelle Reste auszuwaschen. Wichtig ist außerdem, Keimfutter niemals direkt aus dem Kühlschrank anzubieten. Zu kaltes Futter kann Verdauungsprobleme verursachen und den empfindlichen Kropf reizen. Ideal ist Zimmertemperatur, damit die Wellensittiche das Futter problemlos aufnehmen können.

Für weitere medizinische Hintergrundinformationen rund um Vogelgesundheit und artgerechte Ernährung lohnt sich ein Blick auf die Arbeiten der
TiHo Hannover – Vogelmedizin & Ernährung.

Lagerung von Keimfutter: frisch, sicher und ohne Risiko

Keimfutter ist eines der leicht verderblichen Futtermittel in der Vogelhaltung. Durch die Feuchtigkeit und den beginnenden Keimprozess bietet es ideale Bedingungen für Bakterien und Hefen. Eine falsche Lagerung kann daher schnell zu Gärung oder Schimmelbildung führen. Um das Futter für Wellensittiche sicher zu halten, sollte es immer frisch zubereitet und nur in Mengen angesetzt werden, die innerhalb kurzer Zeit gefressen werden können.

Wellensittich frisst frisch gekeimten, ungeschälten Hafer – Keimfutter muss frisch sein und darf nicht warm gelagert werden

Ungeschälter Hafer als Keimfutter für Wellensittiche geeignet

Keimfutter darf niemals warm stehen bleiben oder über mehrere Stunden aufbewahrt werden, da es bei Temperaturen über 20 °C sehr schnell verdirbt. Gerade im Sommer ist besondere Vorsicht geboten. Vor dem Verfüttern sollte das Keimfutter außerdem immer Zimmertemperatur haben. Zu kaltes Futter direkt aus dem Kühlschrank kann den Kropf reizen und Verdauungsprobleme verursachen. Wer darauf achtet, Keimfutter nur frisch anzusetzen und hygienisch zu handhaben, sorgt dafür, dass es den Wellensittichen als wertvolle, vitaminreiche Ergänzung gut bekommt.

Häufige Fragen zu Keimfutter

Wellensittiche sollten nur so viel Keimfutter bekommen, wie zu ihrer aktuellen Lebensphase passt. Für gesunde Vögel in Wohnungshaltung reicht eine kleine Portion pro Woche aus. Während der Mauser, bei Krankheit, Brut oder Aufzucht steigt der Nährstoffbedarf. In dieser Zeit kann Keimfutter täglich oder alle zwei Tage angeboten werden, um den Tieren Energie und wichtige Vitamine zu liefern.
Ja, Keimfutter kann die Brutstimmung deutlich erhöhen. Durch den hohen Gehalt an Vitamin E, Eiweiß und Enzymen sendet es den Vögeln ein ähnliches Signal wie in der Natur die Regenzeit, in der frische Keimlinge reichlich vorhanden sind. Wenn keine Zucht geplant ist oder eine Henne zu Dauereiern neigt, sollte Keimfutter daher nur sehr sparsam oder gar nicht gefüttert werden.
Nur bedingt. Viele handelsübliche Mischungen enthalten Honig, Pellets, Backwaren oder Vitaminperlen, die im Wasser schnell gären oder verschimmeln.
Zum sicheren Keimen eignen sich reine Einzelsaaten oder spezielle Keimfuttermischungen ohne Zusätze besser, zum Beispiel ungeschälter Hafer, Mungobohnen oder Weizen.
Ein kurzer Test hilft: Keimprobe durchführen. Keimen nach 24–48 Stunden weniger als 50 % der Körner, ist das Futter überlagert und ungeeignet.
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Beides stammt aus denselben Körnern, der Unterschied liegt jedoch im Stadium:

  • Quellfutter: Die Körner waren etwa acht bis zwölf Stunden im Wasser und haben sich vollgesogen. Sie sind weich und gut verdaulich, aber noch ohne sichtbaren Keim.
  • Keimfutter: Nach dem Quellen werden die Körner gespült und weitere 24–36 Stunden feucht gehalten. Sobald eine kleine weiße Keimspitze erscheint, gilt es als Keimfutter. Jetzt ist der Vitamin- und Enzymgehalt am höchsten.
Verdorbenes Keimfutter erkennst du nicht nur am Geruch, sondern vor allem an der Konsistenz.
Wenn sich die Körner beim Spülen schleimig, glitschig oder seifig anfühlen, haben sich bereits Bakterien oder Schimmelpilze gebildet.
Auch ein feiner, watteartiger Belag ist ein Warnzeichen. Zwar besitzen manche Saaten feine Haarwurzeln, doch im Zweifel gilt immer: Lieber entsorgen als riskieren! Gesundes Keimfutter wirkt knackig, sauber und riecht neutral bis frisch.

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Vögel sind meine Leidenschaft: Schon seit Kindheitstagen ist mein Leben eng mit Wellensittichen verbunden. Mittlerweile bereichern auch andere australische Sittiche meinen Alltag. Als aktives Mitglied der AZ e. V. teile ich hier fundiertes Praxiswissen für eine Haltung, bei der das Tierwohl an erster Stelle steht. Dieses Projekt betreibe ich mit viel Herzblut – unabhängig, ehrlich und zur Kostendeckung finanziert durch *Affiliate-Links und Werbung.

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    Monika 30. Juni 2018 at 11:41 - Reply

    Ich gebe meinen Wellis einmal in der Woche Quellfutter, sie lieben es. Kann ich das Quellfutter auch aussäen und das Gras dann meinen Zwergen geben? Vielen Dank für Eure Antwort.

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      Maik 4. Juli 2018 at 08:19

      Natürlich kannst du das Quellfutter aussähen, die unterschiedlichen Samen werden im Garten gut gedeihen. Jedoch kannst die Gräser auch so sammeln und anbieten. Das füttern von Quellfutter einmal pro Woche ist ziemlich viel, wenn du nicht züchtest. Quell- und Keimfutter regen die Brutfähigkeit an, also vorsicht.

      Im übrigen, hier mal meine Futterempfehlung für Quell und Keimfutter »

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    Georg 9. Januar 2016 at 09:42 - Reply

    Keimfutter ist für Wellensittiche und andere Ziervögel wichtig, besonders wenn man Ziervögel züchtet.

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    Andreas 7. Dezember 2015 at 14:27 - Reply

    Danke für die Tipps wie man Keimfutter selbst herstellen kann. Dadurch lässt sich bares Geld im Vergleich zum Futter aus der Tierhandlung sparen.

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      Maik 7. Dezember 2015 at 17:49

      Fertiges Keimfutter kaufen ist zwar einfach,doch fressen meine Wellensittiche dieses überhaupt nicht. Es ist auch viel spannender die Körner beim keimen zu beobachten.