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Die Haltung von Wellensittichen und anderen Haustieren kann eine schöne Erfahrung sein und den Alltag bereichern. Sie erfordert jedoch Planung und Rücksichtnahme auf die Bedürfnisse aller beteiligten Tiere. In diesem Artikel erfährst du, wie du Wellensittiche erfolgreich mit anderen Haustieren zusammenhalten kannst und worauf du dabei achten solltest.
Haustiere in deutschen Haushalten
In Deutschland ist die Liebe zu Haustieren ungebrochen. Seit Jahren bleibt die Zahl der tierischen Mitbewohner auf hohem Niveau – ein Zeichen der engen Bindung zwischen Mensch und Tier. Katzen führen die Liste an: Rund 15 Millionen Samtpfoten leben in deutschen Haushalten und gelten als das beliebteste Haustier. Hunde folgen mit etwa 10 Millionen Tieren – sie begleiten ihre Halter aktiv durch den Alltag, etwa beim täglichen Spaziergang. Auch Kleintiere wie Kaninchen und Meerschweinchen sind weit verbreitet. Sie gelten als pflegeleicht und benötigen weniger Platz, was sie besonders für Familien oder Stadtwohnungen attraktiv macht. Ob Hund, Katze oder Nager – Haustiere bringen Leben ins Haus, fördern soziale Bindung und steigern das Wohlbefinden.
Vögel sind weniger verbreitet
Im Vergleich zu Hunden, Katzen oder Kleintieren sind Vögel in deutschen Haushalten deutlich seltener anzutreffen. Laut Umfragen halten nur etwa 7,7 Prozent der Deutschen einen Vogel – das entspricht einem eher kleinen Anteil aller Haustierbesitzer.
Doch diese Zahl täuscht über die lange Tradition der Vogelhaltung hinweg: Besonders Wellensittiche, Kanarienvögel und Papageien genießen seit Jahrzehnten eine treue Fangemeinde. Viele Halter schätzen die freundliche Art, die lebhafte Kommunikation und die vergleichsweise geringe Geruchsbelastung der gefiederten Haustiere.
Die geringere Verbreitung von Vögeln als Heimtiere lässt sich unter anderem durch fehlendes Wissen über artgerechte Haltung, platzbedingte Einschränkungen oder gesetzliche Auflagen erklären. Dabei können gerade Wellensittiche bei guter Pflege sehr zutraulich werden und echte Familienmitglieder sein.
Wichtige Faktoren für eine erfolgreiche Zusammenführung
Damit das Zusammenleben von Wellensittichen mit anderen Haustieren gelingt, sollten einige Grundvoraussetzungen erfüllt sein:
- Individuelle Charaktere beachten: Jedes Tier hat ein eigenes Temperament. Nicht jedes Haustier ist automatisch verträglich mit Vögeln – Geduld und Beobachtung sind gefragt.
- Ausreichend Platz schaffen: Jede Tierart braucht ihren eigenen Rückzugsort. Nur mit genügend Raum kann Stress vermieden werden.
- Sichere Umgebung gestalten: Käfige, Volieren und auch der Freiflugbereich sollten so gesichert sein, dass andere Tiere keinen Zugriff haben.
- Regelmäßig beobachten: Die ersten Begegnungen sollten immer beaufsichtigt werden. Auch im Alltag ist eine regelmäßige Kontrolle wichtig, um Konflikte oder Stress frühzeitig zu erkennen.
Ein harmonisches Zusammenleben entsteht nicht über Nacht – es entwickelt sich mit Aufmerksamkeit, Rücksichtnahme und Zeit.
Wellensittiche und andere Vögel
Die gemeinsame Haltung von Wellensittichen mit anderen Vogelarten ist grundsätzlich möglich, aber nicht immer unproblematisch. Unterschiedliche Arten haben oft abweichende Bedürfnisse, was Lautstärke, Sozialverhalten, Aktivitätslevel und Futter betrifft.
Besonders wichtig: Nicht alle Sitticharten verstehen sich untereinander. Während sich manche Arten gut ergänzen, kann es bei anderen schnell zu Stress oder sogar Aggressionen kommen.
Geeignete Partner können unter anderem folgende Arten sein:
- Ziegensittiche
- Glanzsittiche
- Kanarienvögel (nur mit großer Voliere und Rückzugszonen)
Die Vergesellschaftung sollte gut geplant und idealerweise mit einer großen, strukturierten Voliere erfolgen.
👉 Weitere Infos findest du im Beitrag:
Vergesellschaftung von Vögeln aus verschiedenen Arten
Wellensittiche und Hunde
Hunde reagieren je nach Rasse, Temperament und Sozialisierung sehr unterschiedlich auf Vögel. Während sich ruhige Hunde leicht an Wellensittiche gewöhnen, können andere neugierig oder sogar aufgeregt werden.
Tipps für ein stressfreies Zusammenleben:
- Den Hund langsam an die Vögel gewöhnen
- „Platz“ und „Bleib“ sollten sicher beherrscht werden
- Niemals unbeaufsichtigt bei Freiflug
- Positive Verknüpfungen durch Leckerlis schaffen
Ein gut erzogener Hund kann sich sogar zum Beschützer der gefiederten Mitbewohner entwickeln – Vertrauen braucht jedoch Zeit.
Tipps für die Haltung von Wellensittichen und Hunden
- Lass deinen Hund niemals unbeaufsichtigt in der Nähe des Wellensittichs.
- Achte darauf, dass dein Hund ruhig bleibt und nicht zu sehr auf den Vogel fixiert ist.
- Der Käfig des Wellensittichs sollte sicher und gut gesichert sein, sodass dein Hund nicht an den Vogel herankommt.
- Achte darauf, dass dein Hund nicht aggressiv gegenüber dem Vogel ist.
Wellensittiche und Katzen
Katzen sind von Natur aus Raubtiere, auch wenn sie im Haushalt meist zahm und ruhig wirken. Gut sozialisierte Katzen zeigen zwar häufig wenig Interesse an Vögeln, ihre natürliche Neugier bleibt jedoch bestehen. Genau diese Neugier kann für einen Wellensittich schnell zur Gefahr werden.
Besonders kritisch ist der Freiflug: Schon ein kurzer Sprung oder ein spielerischer Pfotenschlag kann den Vogel verletzen oder gar töten.
Wichtige Sicherheitsmaßnahmen
- Freiflug nur bei geschlossener Tür und unter Aufsicht
- Käfig oder Voliere standfest und katzensicher platzieren.
Die Katze sollte mit Alternativen beschäftigt werden, z. B. mit Spielzeug oder Futterspiel.
Selbst wenn das Zusammenleben entspannt wirkt, sollte niemals unbeaufsichtigter Kontakt zwischen Katze und Wellensittich zugelassen werden.
Wellensittiche und Nagetiere
Meerschweinchen, Kaninchen oder Hamster mögen zwar harmlos wirken, doch ihre Lebensweise unterscheidet sich stark von der der Sittiche.
Was du beachten solltest:
- Keine gemeinsamen Käfige oder Ausläufe
- Unterschiedliche Ruhezeiten und Lautstärkeempfinden
- Stress bei Nagern durch Vogelgeschrei vermeiden
- Futter, Einstreu und Hygiene separat halten
Ein Nebeneinander ist möglich, wenn jede Tierart ihren Rückzugsort und Ruhebereich hat.
Wellensittiche und Hamster
Hamster und Wellensittiche leben zwar häufig im selben Haushalt, doch ihre Lebensweisen unterscheiden sich deutlich:
Hamster sind nachtaktiv und ziehen sich tagsüber meist zum Schlafen zurück, während Wellensittiche tagsüber aktiv und sehr bewegungsfreudig sind.
Damit sich beide Tiere wohlfühlen, ist es wichtig, ihre unterschiedlichen Bedürfnisse beim Lebensraum und bei der Pflege zu beachten.
Darauf solltest du achten:
- Kein gemeinsamer Auslauf – Hamster brauchen Ruhe, Wellensittiche Bewegung
- Getrennte Käfige mit ausreichend Abstand
- Lärm vermeiden: Lautes Zwitschern kann den Hamster stressen
- Hygiene beachten: Kein Streu oder Futteraustausch zwischen den Arten
Ein friedliches Nebeneinander ist möglich, wenn du für klare räumliche Trennung und Rückzugsmöglichkeiten sorgst.
Wellensittiche und Meerschweinchen
Meerschweinchen sind ruhige und gesellige Tiere, die meist in Gruppen gehalten werden. Sie gelten als friedfertig und kommen gut mit anderen Haustieren zurecht, da sie keine Raubtiere sind und selten aggressives Verhalten zeigen.
Trotzdem ist bei der gemeinsamen Haltung mit Wellensittichen Vorsicht geboten – vor allem wegen der unterschiedlichen Bedürfnisse beider Tierarten.
Wichtige Punkte für ein stressfreies Miteinander:
- Getrennte Gehege und Käfige sind Pflicht – eine gemeinsame Unterbringung ist nicht artgerecht
- Lautstärke beachten: Das Zwitschern der Wellensittiche kann Meerschweinchen verunsichern
- Kein gemeinsamer Auslauf – unterschiedliche Bewegungsformen und Verletzungsrisiken
- Hygienisch trennen: Futter, Einstreu und Wasser nicht teilen
Ein Zusammenleben im selben Raum ist möglich, wenn Rückzugsorte vorhanden sind und beide Arten ausreichend Ruhe und Platz bekommen.
Wellensittiche und Kaninchen
Kaninchen sind freundliche, soziale Tiere, die meist gut mit anderen Arten auskommen. Ihre ruhige Art täuscht jedoch über die Tatsache hinweg, dass sie kräftiger und größer als Meerschweinchen sind – und damit potenziell eine Gefahr für kleinere Tiere wie Wellensittiche darstellen können.
Da Kaninchen viel Bewegungsfreiheit benötigen, ist ein ausreichend großer Lebensraum ebenso wichtig wie eine klare Trennung zu den gefiederten Mitbewohnern.
Tipps für die Haltung von Wellensittichen und Kaninchen
🟩 Getrennte Lebensräume:
Ein sicherer Vogelkäfig und ein großzügiges Gehege für das Kaninchen sind unerlässlich. Direkter Kontakt sollte vermieden werden, um Verletzungen vorzubeugen.
🟩 Keine gemeinsamen Freilaufzeiten:
Auch wenn beide Tiere zahm sind – sie sollten nicht gleichzeitig frei im Raum unterwegs sein. Die Unterschiede in Größe und Verhalten bergen Konfliktpotenzial.
🟩 Sichere Raumgestaltung:
Achte darauf, dass der Käfig des Wellensittichs außerhalb der Reichweite des Kaninchens steht. Auch Springen oder Hoppeln in der Nähe des Käfigs kann den Vogel erschrecken.
🟩 Beobachtung ist Pflicht:
Wenn sich beide Tiere im selben Raum befinden, solltest du sie niemals unbeaufsichtigt lassen. Nur so lassen sich Stresssituationen frühzeitig erkennen und vermeiden.
Reptilien, Fische & exotische Arten
Auf den ersten Blick scheinen Fische, Schildkröten oder Reptilien mit Wellensittichen kaum etwas gemeinsam zu haben – sie leben in separaten Lebensräumen und unterscheiden sich stark in ihrer Haltung. Dennoch gibt es einige Punkte, die bei der gemeinsamen Unterbringung im Haushalt beachtet werden sollten.
Fische – ruhige Mitbewohner mit eigenen Ansprüchen
Aquarienfische stellen keine Gefahr für Wellensittiche dar. Ihre Haltung erfordert jedoch konstante Temperaturen, Filtertechnik und Beleuchtung, die wiederum das Raumklima beeinflussen können. Besonders bei kleinen Räumen kann dies die Luftfeuchtigkeit erhöhen – ein Faktor, der sich auf die Atemwege der Vögel auswirken kann.
Wichtig:
- Aquarium gut abdecken, um Verschmutzungen durch Federstaub zu vermeiden
- Stromquellen und Technik kindersicher und tiergerecht verstauen
- Keine Aquarienbeleuchtung dauerhaft im gleichen Raum wie die Schlafplätze der Vögel
Schildkröten – ruhig, aber mit Hygieneaspekten
Landschildkröten sind friedlich und häufig in Bodennähe unterwegs. Sie stellen keine direkte Gefahr dar, benötigen jedoch einen abgegrenzten Bereich mit spezieller UV-Beleuchtung und Wärmelampen. Wellensittiche sollten keinen Zugang zu diesen Lampen oder Kabeln erhalten, da Verbrennungsgefahr besteht. Auch die unterschiedliche Temperaturregulierung beider Tierarten spricht gegen ein Zusammenleben im selben Raum.
Bei Wasserschildkröten ist zudem die Feuchtigkeit und mögliche Keimbelastung durch das Wasser zu beachten – das kann bei empfindlichen Vögeln zu Problemen führen.
Reptilien – potenzielle Gefahr für Vögel
Reptilien wie Schlangen, Leguane oder größere Geckos können eine reale Bedrohung für Wellensittiche darstellen. Auch wenn sie in Terrarien gehalten werden, besteht bei unsachgemäßer Sicherung die Gefahr, dass sie ausbrechen – oder Vögel durch die Glasscheibe als Beute wahrnehmen.
👉 Mehr dazu, welche Tiere instinktiv eine Gefahr darstellen können, erfährst du hier:
Natürliche Feinde von Wellensittichen
Empfohlen wird:
- Reptilien niemals im selben Raum wie freifliegende Vögel halten
- Keine gemeinsam genutzte Technik (z. B. UV-Lampen, Luftbefeuchter)
- Reptilienverhalten beobachten – besonders bei Sichtkontakt zu Vögeln
Ja, wenn ausreichend Platz und Sicherheit gegeben sind. Direkter Kontakt und gleichzeitiger Freilauf sollten aber vermieden werden.
Meist nicht. Schlangen und größere Reptilien können Vögel als Beute ansehen. Auch Temperatur und Luftfeuchtigkeit in einem Raum können problematisch sein.
Sicherheit, Hygiene, getrennte Fütterung, Rückzugsorte und regelmäßige Beobachtung – so lassen sich Konflikte und Stress vermeiden.
Das hängt vom Charakter des Hundes ab. Ruhige, gut erzogene Hunde können sich an Wellensittiche gewöhnen. Freiflug sollte aber nur unter Aufsicht stattfinden.
Ja. Katzen und Hunde können instinktiv jagen oder aus Neugier zupacken. Auch andere Vögel wie Papageien können aggressiv sein. Wellensittiche sollten deshalb nie unbeaufsichtigt mit anderen Tieren zusammen sein.






Ich besitze selber zwei wunderschöne und laute Wellensittiche. Der Vogel ist eine der meist gehaltenen Vogelarten. Die Wellensittiche sind alles andere als ruhige Vögel, sie sind lebensfroh und aktiv und haben die Eigenart, den ganzen Tag zu zwitschern und zu plappern. Beim Zusammenleben Hunden, Katzen, Nagetieren und/oder Aquarium sind sie schnell überfordert. Wellensittich können direkt beim Züchter gekauft werden. Oftmals werden Wellensittiche auch von Privat angeboten – beispielsweise auf https://trovas.ch/?title=wellensitiche gekauft werden. Wellensittiche gibt es aber auch im Zoofachhandel, in Tierheimen und auf Vogelbörsen.
Meine Wellis Leben mit Nymphensittichen zusammen :)
Danke für deine Antwort, gerne kannst du an der Umfrage der Gemeinschaftshaltung teilnehmen.
Wir haben 6 Hühner (5 Rassen) welche Ziervögel können mit in die Voilere bzw. Innenstall ?
Ich denke, dass die Hühner nicht das Problem sind. Sie werden die Wellensittiche links liegen lassen. Jedoch neigen Hühnervögel dazu Parasiten anzuziehen, die könnten ein Problem für deine Sittiche werden. Des Weiteren ist der Kot der Hühner nicht so hygienisch für die Vögel. Da Wellensittiche auch häufig auf dem Boden sind, könnten sie sich Keime und Bakterien einfangen.
Ich würde niemals einen Wellensittich mit eine Katze zusammenhalten, die Katze würde den Vogel immer als Beute ansehen. Wellensittich und Zwergkaninchen können zusammen gehalten werden, genauso Wellensittiche mit Meerschweinchen. Wobei, wie du schon geschrieben hast darauf zu achten ist, dass die unterschiedlichen Tierarten ihren Freiraum haben.
Ich habe neben acht Wellensittichen, vier Kaninchen und zwei Meerschweinchen. Alle Tiere vertragen sich hervorragend, in der großen Außenvoliere. Nachts schlafen die Nager in einem Stall und die Wellis bleiben in der Voliere. Im Winter bleiben die Kaninchen und Meerschweinchen draußen, die Wellensittiche kommen dann in das große Vogelzimmer.