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In seiner Heimat Australien bewohnt der Schönsittich offene Graslandschaften, lichte Wälder und Buschgebiete im Osten und Südosten des Kontinents, häufig in der Nähe von Wasserstellen. Informationen zur Gefährdungssituation und Verbreitung finden sich zum Beispiel auf der IUCN Red List .
Merkmale und Farbschläge des Schönsittichs
Das Männchen zeigt typischerweise ein intensives Blau im Gesicht, einen rötlichen Schulterfleck und einen gelben Bauch, während das Weibchen insgesamt matter gefärbt ist und auf den roten Schulterfleck verzichtet. Die Grundfarbe des Gefieders ist grün, wobei sich durch Zucht zahlreiche Mutationen etabliert haben.

Drei Schönsittiche zeigen typische Farbvarianten der Art Neophema pulchella.
Dazu zählen unter anderem Oliv, Gelb, Lutino, Blau und Opalin. Diese farblichen Varianten entstehen durch unterschiedliche genetische Faktoren und machen den Schönsittich besonders attraktiv für Züchter und Liebhaber von Grassittichen. Eine weitere Neophema-Art, die ähnlich ruhig ist, wird beim Glanzsittich (Neophema splendida) näher vorgestellt.
Beliebte Farbschläge des Schönsittichs
Wildfarbe: Natürliches Grün-Blau, sehr robust und dem natürlichen Erscheinungsbild am nächsten.
Oliv: Erdige, dunklere Grünvariante – wirkt harmonischer und etwas ruhiger im Farbton.
Gelb: Intensiv leuchtende Mutation mit starker Signalwirkung. Sehr beliebt in der Hobbyzucht.
Blau: Kräftiges Tiefblau statt grünem Grundgefieder. Eine der auffälligsten Mutationen.
Lutino: Gelbes Gefieder mit roten Augen. Optisch eindrucksvoll, aber etwas empfindlicher.
Opalin: Weiche Farbübergänge, intensivere Bauch- und Brustfärbung, sehr edle Wirkung.
Falbe: Stark aufgehelltes, pastelliges Gefieder – ideal für Liebhaber sanfter Farbnuancen.
Gelbgescheckt: Unregelmäßige, gelbe Sprenkelungen im Gefieder. Optisch sehr individuell.
Creamino: Sehr helle, cremefarbene Mutation mit roten Augen. Selten, elegant und begehrt.
Türkis: Mischung aus Blau und Grün, extrem leuchtend – besonders intensiv bei Sonneneinfall.
Verhalten und Lautstärke
Schönsittiche gelten als ausgesprochen ruhige und friedliche Vögel. Sie sind tagaktiv, bewegen sich viel in Bodennähe und auf niedrigen Sitzästen und kommunizieren meist über leise Zwitscher- und Pieplaute. Im Vergleich zu vielen anderen Sitticharten sind sie deutlich weniger laut, was sie für Halterinnen und Halter interessant macht, die eine eher stille Vogelart bevorzugen. In kleinen Schwärmen zeigen sie ein harmonisches Sozialverhalten und vermeiden in der Regel offene Konflikte.
Schönsittich Haltung: Voliere, Ausstattung und Beschäftigung
Für eine artgerechte Schönsittich Haltung ist ausreichend Platz entscheidend. Da die Vögel schnelle und wendige Flieger sind, empfiehlt sich eine Voliere mit mindestens zwei Metern Länge, in der mehrere kurze Flugstrecken möglich sind. Die Einrichtung sollte aus stabilen Naturästen bestehen, die unterschiedliche Durchmesser und Oberflächen bieten. Geeignete Hölzer sind beispielsweise Obstbaumzweige oder Haselnuss, wie sie auch für Sitzstangen für Sittiche empfohlen werden.
Neben Sitzästen sorgen frische Zweige, Gräser und Bodenbereiche mit sicherem Substrat für Abwechslung und Beschäftigung. Schönsittiche baden gern, daher sollte immer eine flache Badewanne oder ein Badehaus zur Verfügung stehen. Eine ruhige Umgebung ohne Dauerlärm und hektische Bewegungen ist besonders wichtig, da Stress auf Dauer das Immunsystem schwächt und die Vögel anfälliger für Erkrankungen macht. Allgemeine Hinweise zu Risiken im Haushalt bietet der Artikel Gefahrenquellen für Sittiche .
Ernährung des Schönsittichs: Körner, Frischfutter und Kräuter
Die Basis einer bedarfsgerechten Ernährung bildet eine hochwertige Grassittich- oder Neophema-Körnermischung. Diese sollte aus verschiedenen Hirsesorten, Kanariensaat und nur geringen Mengen ölhaltiger Saaten bestehen. Ein hoher Anteil an Sonnenblumenkernen ist zu vermeiden, da diese sehr fettreich sind und bei dauerhafter Überversorgung zu Übergewicht und Leberproblemen führen können. Grundprinzipien zur Zusammensetzung einer sinnvollen Körnermischung werden im Beitrag Obst und Gemüse für Wellensittiche ergänzend erläutert, der sich gut auf Schönsittiche übertragen lässt.
Ergänzend zur Körnermischung sollte täglich Frischfutter angeboten werden. Geeignete Obstsorten sind zum Beispiel Apfel, Birne oder Beeren, während auf Zuckerbomben wie Trauben nur in kleinen Mengen zurückgegriffen werden sollte. Beim Gemüse haben sich Paprika, Brokkoli, Karotte, Gurke und Zucchini bewährt. Auch Blattgemüse wie Spinat oder Mangold wird von vielen Tieren angenommen. Weitere Details zur sicheren Fütterung von Gemüse finden sich im Ratgeber Obst und Gemüse für Sittiche .
Besonders wertvoll sind frische Wildkräuter wie Vogelmiere oder Löwenzahn. Vogelmiere ist ein bewährtes, sehr beliebtes Grünfutter und wird im Artikel Vogelmiere für Wellensittiche ausführlich vorgestellt. Kräuter liefern viele natürliche Vitamine und sekundäre Pflanzenstoffe und eignen sich hervorragend zur Beschäftigung, wenn sie im Bündel oder im frischen Wurzelballen angeboten werden.
Zur Ergänzung der Ernährung empfiehlt sich Keimfutter, insbesondere in der Mauser und zur Aufzuchtzeit. Gekeimte Samen sind besonders nährstoffreich und werden von den meisten Schönsittichen gern aufgenommen. Wichtig ist eine sorgfältige Hygiene, da Keimfutter bei falscher Handhabung schnell verdirbt.

Ein männlicher Schönsittich sucht frische Pflanzenteile und Samen im Geäst. ©JJ Harrison, CC BY-SA 4.0
Neben Energie und Vitaminen müssen Schönsittiche ausreichend Mineralstoffe aufnehmen. Sepiaschalen und Mineralsteine stellen wertvolle Kalziumquellen dar. Außerdem sollte stets Grit zur Verfügung stehen, um die mechanische Zerkleinerung der Nahrung im Muskelmagen zu unterstützen. Frisches Wasser ist täglich neu anzubieten und die Näpfe sind gründlich zu reinigen, um Keimbildung zu verhindern. Einen Überblick über die Bedeutung von Vitaminen bietet der Beitrag Vitaminmangel bei Wellensittichen vorbeugen .
Bestimmte Lebensmittel sind für alle Sittiche – und damit auch für Schönsittiche – tabu. Dazu zählen Avocado, Schokolade, Alkohol, koffeinhaltige Getränke sowie stark gewürzte oder gesalzene Speisen. Eine ausführliche Übersicht problematischer Lebensmittel bietet der Artikel Lebensmittel tabu für Sittiche .
Zucht von Schönsittichen: Voraussetzungen, Brut und Aufzucht
Die Zucht von Schönsittichen gilt als vergleichsweise unkompliziert, erfordert jedoch eine gewissenhafte Vorbereitung und gute Beobachtungsgabe. Grundlage ist ein harmonisches, gesundes Zuchtpaar, das nicht durch andere Arten gestört wird. Die Voliere sollte ausreichend groß und ruhig gelegen sein. Zudem sind Nistkästen notwendig, die in Größe und Form auf Neophema-Arten abgestimmt sind und mit sauberem Nistmaterial wie unbehandelten Holzspänen ausgepolstert werden.

Ein Altvogel füttert seinen Nachwuchs – typische Brutpflege bei Neophema pulchella. ©patrickkavanagh/flickr.com CC BY 2.0
Die Brutzeit beginnt in der Regel im Frühjahr. Das Weibchen legt vier bis sechs Eier, meist im Abstand von zwei Tagen. Die Brutdauer beträgt etwa 18 Tage. Während dieser Zeit sollte für Ruhe gesorgt werden, sodass die Henne ungestört brüten kann. Nach dem Schlupf werden die Küken zunächst mit Kropfmilch ernährt, einer von den Eltern gebildeten Nährflüssigkeit. Mit zunehmendem Alter erhalten die Jungtiere zusätzlich vorgekeimte Samen, halbreife Hirse und feines Grünfutter.
Die Nestlingszeit dauert ungefähr vier Wochen, danach verlassen die Jungvögel den Nistkasten, werden aber noch einige Zeit von den Eltern geführt und gefüttert. Mit etwa acht Wochen sind sie in der Regel selbstständig. Zur fachgerechten Zuchtplanung können Richtlinien von Tierschutzorganisationen herangezogen werden, etwa die Hinweise des Deutschen Tierschutzbundes .
Schönsittiche kaufen: Auswahl, Preis und Gesundheitscheck
Schönsittiche sind vor allem bei spezialisierten Züchterinnen und Züchtern, in Vogelvereinen und in gut geführten Fachgeschäften erhältlich. Die Preise variieren je nach Farbschlag, Mutation und Herkunft und liegen etwa zwischen 15 und 150 Euro. Seltene Mutationen sind in der Regel teurer als Vögel in Wildfarbe.
Beim Kauf ist ein kritischer Blick auf die Gesundheit der Tiere wichtig. Zu den Anzeichen eines vitalen Schönsittichs gehören klare, wache Augen, ein sauberes, geschlossen anliegendes Gefieder, ruhige Atmung ohne hörbare Geräusche und ein interessierter, aber nicht übermäßig hektischer Gesamteindruck. Verschmutzungen am Schnabel oder an der Kloake, dauerhaft aufgeplustertes Gefieder oder Atemnot sind Warnsignale. Allgemeine Hinweise zum Erkennen von Krankheitssymptomen bei Sittichen finden sich im Bereich Gesundheit & Krankheit .
Häufige Fragen zum Schönsittich
Fazit: Ruhiger Farbtupfer in der Voliere
Schönsittiche sind farbenfrohe, ruhige und faszinierende Vögel, die bei artgerechter Haltung viel Freude bereiten. Trotz ihrer vergleichsweise unkomplizierten Art stellen sie klare Ansprüche an Platzangebot, Fütterung und Umgebungsbedingungen. Eine großzügige Voliere, geeignete Naturäste, abwechslungsreiches Futter mit ausreichend Frischfutter und Kräutern sowie eine ruhige, stressarme Umgebung bilden die Grundlage für ein langes und gesundes Leben.
Wer sich intensiv mit den Bedürfnissen dieser Grassittiche auseinandersetzt, Hinweise aus Ratgebern zur Grundausstattung für Sittiche sowie zu Ernährung und Gesundheit berücksichtigt und bei Unsicherheiten fachkundigen Rat einholt, wird mit einem friedlichen, farbenprächtigen Begleiter belohnt, der die Voliere dauerhaft bereichert.
