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Ein Bild von einem Wellensittich in der Farbe Rot. Der Vogel hat gelbe Füße und sitzt auf einem Ast. Ein künstlerischer Blick auf eine unmögliche Farbreihe.

Immer wieder tauchen im Internet Bilder von angeblich roten Wellensittichen auf – doch handelt es sich dabei um echte Tiere oder um ein Missverständnis? Die kurze Antwort: Echte rote Wellensittiche gibt es nicht. Weder in der Natur noch durch Zucht sind solche Farbschläge bei dieser Vogelart bislang nachgewiesen worden.

Warum rote Wellensittiche biologisch unmöglich sind

Die Gefiederfarbe von Wellensittichen beruht auf einer Kombination aus Pigmenten und Strukturfarben. Bestimmte Farbstoffe, wie sie bei anderen Papageienarten vorkommen, fehlen ihnen jedoch.

Genetische Grundlagen der Farben

Wellensittiche verfügen über:

  • Psittacin: erzeugt Gelb- und Grüntöne
  • Melanin: sorgt für Schwarz-, Braun- und Grautöne
  • Strukturfarben: erzeugen Blau und Violett durch Lichtreflexion

Fehlende Carotinoide

Rot- und Orangetöne bei Vögeln entstehen oft durch Carotinoide, die aus der Nahrung aufgenommen und ins Gefieder eingelagert werden. Doch genau diese Fähigkeit fehlt dem Wellensittich. Die genetische Grundlage für rote Federn ist bei dieser Art schlicht nicht vorhanden.

Welche Vogelarten werden häufig mit roten Wellensittichen verwechselt?

Manche vermeintlichen Sichtungen roter Wellensittiche lassen sich auf Verwechslungen mit anderen Arten zurückführen. Besonders kleine Sittiche mit rosafarbenem Gefieder sorgen für Irritationen.

Bourkesittich

Der Bourkesittich (Neopsephotus bourkii) stammt ebenfalls aus Australien. In der Zuchtform „Rosa Bourkesittich“ zeigt er ein auffällig rosarotes Brustgefieder. Aufgrund seiner Größe und seines Verhaltens im Käfig wird er häufig mit einem Wellensittich verwechselt – besonders auf unscharfen Fotos.

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Weitere Vogelarten mit roten oder rosa Gefiederanteilen

  • Rosenköpfchen: kleine Papageien mit rosafarbenem Kopf
  • Pflaumenkopfsittich: Männchen mit violett-rötlichem Kopf
  • Rosella-Sittiche: Arten mit kräftig roten Brust- oder Kopfpartien

Diese Vögel unterscheiden sich zwar deutlich im Verhalten, der Körperform und im Klang ihrer Rufe – auf Bildern wirken sie dennoch gelegentlich ähnlich.

Warum kursieren Bilder von roten Wellensittichen?

Ob auf Social Media oder in Foren – angebliche Bilder von roten Wellensittichen sorgen regelmäßig für Verwirrung. Doch die Ursache ist meist harmlos – oder technisch bedingt.

Rote Wellensittiche Fälschung: Zwei rot gefärbte Vögel auf einem Ast, die oft für Verwirrung sorgen

Häufige Gründe für die Verwirrung

  • Bildbearbeitung und Filter: Farbänderungen durch Apps, KI-Tools oder Photoshop können ein grünes oder blaues Gefieder rötlich erscheinen lassen.
  • Falsch etikettierte Inhalte: Nicht jeder, der ein Foto postet, kennt sich mit Vogelarten aus. So entstehen falsche Zuordnungen.
  • Künstlerische Darstellungen: Gemalte, gezeichnete oder digital eingefärbte Bilder zeigen manchmal rein fiktive Vögel.
  • Verwechslung mit Jungvögeln oder nassen Vögeln: Manchmal kann auch das Licht oder ein nasses Gefieder zu einer verfälschten Farbwahrnehmung führen.

Gibt es eine Chance auf rote Wellensittiche in der Zukunft?

Aktuell ist rotes Gefieder bei Wellensittichen biologisch ausgeschlossen. Auch durch gezielte Zucht oder Gentechnik wurde bisher kein stabiler roter Farbschlag erzeugt. Sollte sich dies in Zukunft ändern, wäre das ein bedeutender Fortschritt in der Vogelgenetik – bislang bleibt es jedoch ein Mythos.

Häufige Fragen zu roten Wellensittichen

Nein, das ist nicht möglich. Bei Kanarienvögeln kann spezielles Futter (mit Canthaxanthin) das Gefieder rot färben, da diese Vögel die Farbstoffe im Gefieder einlagern können. Wellensittiche besitzen diesen physiologischen Mechanismus nicht. Futterzusätze würden lediglich die Haut oder das Fettgewebe färben, aber niemals die Federn selbst.
Manchmal liest man in Züchterkreisen von der sogenannten „Red Suffusion“ (Roter Anflug). Dabei handelt es sich oft um violette Wellensittiche, deren Gefieder bei bestimmtem Licht rötlich schimmert, oder um Vögel mit Leberschäden. Ein kranker Vogel kann Porphyrine im Gefieder einlagern, was wie ein rostiger, rötlicher Schimmer aussieht. Dies ist jedoch keine echte Farbe, sondern ein Krankheitssymptom.
Da es keine roten Wellensittiche gibt, gelten oft Anthrazit (fast Schwarz) oder bestimmte Violett-Kombinationen als besonders selten und begehrt. Auch der „Blackface“ (Schwarzes Gesicht) war eine Mutation, die jedoch als verschollen gilt.


Fazit: Rote Wellensittiche bleiben ein Mythos

Zusammenfassend lässt sich festhalten: Den „echten“ roten Wellensittich gibt es nicht. Trotz immer wieder auftauchender Bilder im Internet setzt die Genetik hier klare Grenzen. Dem Wellensittich fehlen schlichtweg die biologischen Voraussetzungen, um rote Farbstoffe (Carotinoide) im Gefieder einzulagern – auch spezielles Futter kann daran nichts ändern.

Wenn dir also ein angeblich roter Wellensittich begegnet, handelt es sich höchstwahrscheinlich um:

  • eine digitale Bildbearbeitung (Photoshop/KI),
  • eine Verwechslung mit dem rosafarbenen Bourkesittich
  • oder um eine krankhafte Veränderung des Gefieders.

Auch ohne die Farbe Rot ist die natürliche Farbenvielfalt unserer Wellensittiche mit ihren unzähligen Blau-, Grün-, Gelb- und Weiß-Nuancen absolut faszinierend und völlig ausreichend.

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Vögel sind meine Leidenschaft: Schon seit Kindheitstagen ist mein Leben eng mit Wellensittichen verbunden. Mittlerweile bereichern auch andere australische Sittiche meinen Alltag. Als aktives Mitglied der AZ e. V. teile ich hier fundiertes Praxiswissen für eine Haltung, bei der das Tierwohl an erster Stelle steht. Dieses Projekt betreibe ich mit viel Herzblut – unabhängig, ehrlich und zur Kostendeckung finanziert durch *Affiliate-Links und Werbung.

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