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Eifutter ist ein wichtiger Bestandteil der Ernährung von Wellensittichen in besonderen Lebensphasen. Vor allem während der Brutzeit, der Mauser oder in Erholungsphasen nach einer Krankheit benötigen die kleinen Vögel mehr Nährstoffe als gewöhnlich. Das proteinreiche Ergänzungsfutter hilft, diesen erhöhten Bedarf zu decken, und trägt zu einer stabilen Gesundheit sowie einem kräftigen Gefieder bei. Wer seine Wellensittiche ausgewogen ernähren möchte, sollte wissen, wann und wie Eifutter sinnvoll eingesetzt wird, welche Inhaltsstoffe es enthält und worauf bei der Lagerung und Dosierung zu achten ist.
Ergänzend lohnt sich ein Blick auf die Deutsche Veterinärmedizinische Gesellschaft (DVG), die fundierte Informationen zu Tierernährung und artgerechter Fütterung bereitstellt. Dort finden sich wissenschaftliche Empfehlungen, wie eine bedarfsgerechte Versorgung von Ziervögeln – insbesondere in Phasen erhöhter Beanspruchung – gewährleistet werden kann.
Was ist Eifutter und warum ist es für Wellensittiche wichtig?
Eifutter ist eine speziell für Vögel entwickelte Futtermischung, die in der Regel aus Eiern, pflanzlichen Bestandteilen, Mineralstoffen und Vitaminen besteht. Es gehört zur Kategorie der Ergänzungsfuttermittel und ist besonders proteinreich. Der Name leitet sich davon ab, dass gekochtes oder getrocknetes Ei einen wesentlichen Bestandteil dieser Futtermischung bildet. Die enthaltenen Eiweißstoffe sind leicht verdaulich und versorgen den Organismus mit essenziellen Aminosäuren, die der Körper der Wellensittiche nicht selbst herstellen kann.

Eifutter ist ein Ergänzungsfutter: Menge und Häufigkeit sollten zur Lebensphase (Mauser, Brut, Jungtiere) passen.
In freier Wildbahn ernähren sich Wellensittiche hauptsächlich von Sämereien, Gräsern und Kräutern. Diese natürliche Nahrung enthält jedoch nur wenig tierisches Eiweiß. In bestimmten Lebensphasen, wie etwa bei der Aufzucht von Jungvögeln oder während der Mauser, steigt der Bedarf an Proteinen jedoch stark an. Hier kommt das Eifutter ins Spiel: Es liefert konzentrierte Energie und Nährstoffe, die den Körper des Vogels bei Regeneration und Wachstum unterstützen.
Zusammensetzung und Nährstoffe – was steckt in Eifutter?
Ein gutes Eifutter besteht aus einer ausgewogenen Kombination verschiedener Zutaten. Neben dem Hauptbestandteil Ei werden häufig pflanzliche Proteine, Honig, Backwaren, Saaten, Öle sowie wichtige Vitamine und Mineralstoffe hinzugefügt. Da diese Zusammensetzung je nach Hersteller variiert, lohnt es sich, die Inhaltsangaben genau zu studieren.
Proteine sind der wichtigste Bestandteil, denn sie werden für den Aufbau von Zellen, Muskeln und Federn benötigt. Besonders während der Mauser hilft Eiweiß, die Neubildung der Federn zu unterstützen und das Gefieder glänzend und kräftig zu halten.
Vitamine, vor allem die Vitamine A, D und E, spielen eine zentrale Rolle für das Immunsystem und den Stoffwechsel. Vitamin A unterstützt die Schleimhäute und beugt Augenproblemen vor, während Vitamin D den Calciumhaushalt reguliert, was für stabile Knochen und die Eiproduktion bei Weibchen wichtig ist.
Mineralien wie Calcium und Phosphor stärken die Knochenstruktur und tragen zur Bildung robuster Eierschalen bei. Spurenelemente wie Zink, Kupfer und Eisen sind ebenfalls enthalten und sorgen für gesunde Körperfunktionen.
Fette und Kohlenhydrate liefern zusätzliche Energie, die vor allem in Belastungsphasen benötigt wird. Sie fördern die Ausdauer, das Wohlbefinden und die Regenerationsfähigkeit.
Hochwertiges Eifutter zeichnet sich dadurch aus, dass es keine künstlichen Farbstoffe, Zucker oder Konservierungsmittel enthält. Wer beim Kauf auf Qualität achtet, sorgt dafür, dass die Vögel nur natürliche und bekömmliche Inhaltsstoffe erhalten.

Für die Gewöhnung: Zunächst in kleinen Mengen unter das feuchte Keimfutter mischen und die Annahme beobachten.
Wann sollte Eifutter verfüttert werden?
Da es sich bei Eifutter nicht um ein tägliches Hauptfutter handelt, sondern um eine ergänzende Nahrungsquelle, sollte es gezielt in bestimmten Situationen angeboten werden. Die wichtigsten Einsatzzeiten sind:
- Brutzeit: Während der Aufzucht benötigen sowohl die Elterntiere als auch die Küken mehr Energie und Eiweiß. Eifutter unterstützt das Wachstum der Jungvögel und liefert wichtige Nährstoffe.
- Mauserzeit: Wenn die Vögel ihr Federkleid wechseln, ist der Körper stark gefordert. Die Bildung neuer Federn kostet Energie und Nährstoffe. Mit Eifutter lassen sich die Reserven gezielt auffüllen.
- Krankheit oder Schwäche: Nach einer Erkrankung oder bei geschwächten Tieren hilft Eifutter, das Immunsystem zu stärken und die Regeneration zu beschleunigen.
- Jungvogelaufzucht: Junge Wellensittiche profitieren von zusätzlichem Eiweiß, um Muskeln, Knochen und Federn optimal zu entwickeln.
Wichtig ist jedoch, das Futter nicht dauerhaft, sondern nur während dieser besonderen Phasen zu geben.
Die richtige Dosierung: Wie viel Eifutter braucht ein Wellensittich?
Viele Halter fragen sich, wie viel Eifutter pro Vogel und Tag sinnvoll ist. In der Regel ist eine Messerspitze pro Vogel ausreichend. In besonders anstrengenden Phasen, wie der Mauser oder der Brutzeit, kann Eifutter täglich in kleinen Mengen angeboten werden. Außerhalb dieser Zeiten reicht es, zwei- bis dreimal pro Woche eine kleine Portion zu geben.
Die genaue Dosierung hängt auch von der Aktivität, der Gesundheit und dem sonstigen Futterplan der Vögel ab. Wellensittiche mit regelmäßigem Freiflug und ausgewogener Ernährung benötigen meist weniger Zusatzfutter als Tiere, die in kleineren Volieren leben. Wichtig ist, die Vögel zu beobachten. Ein glänzendes Gefieder, ein wacher Blick und ein lebhaftes Verhalten zeigen, dass sie gut versorgt sind.
Reste des Eifutters sollten nach spätestens zwei Stunden entfernt werden, damit sich kein Schimmel oder Bakterien bilden können. Besonders bei warmen Temperaturen verderben feuchte Futterbestandteile schnell und können Durchfall oder Magenprobleme verursachen.
Risiken bei zu häufiger Gabe
Auch wenn Eifutter gesund ist, kann eine Überfütterung schaden. Eine zu eiweißreiche Ernährung kann zu Übergewicht oder Leberverfettung führen, da Wellensittiche von Natur aus an eine eher karge Kost gewöhnt sind. Wer Eifutter zu häufig anbietet, riskiert außerdem, dass die Tiere träge werden oder Körnerfutter meiden. Deshalb gilt die Faustregel: Nur in Belastungszeiten füttern und immer auf Abwechslung achten.
Eifutter selbst zubereiten oder kaufen?
Viele Halter stellen sich diese Frage. Beides hat Vor- und Nachteile.
Selbstgemachtes Eifutter hat den Vorteil, dass du genau weißt, welche Zutaten enthalten sind. Du kannst frische Eier verwenden und das Futter mit Hirse, Zwieback, Karottenraspeln oder Keimfutter anreichern. So stellst du eine natürliche Mischung ohne Zusatzstoffe her. Das Futter bleibt frisch und kann optimal an die Bedürfnisse deiner Wellensittiche angepasst werden. Allerdings ist der Aufwand höher und das Futter sollte stets frisch zubereitet werden, da es schnell verdirbt.
Fertiges Eifutter ist praktisch, da es lange haltbar ist und sofort eingesetzt werden kann. Hochwertige Produkte enthalten getrocknetes Ei, pflanzliche Proteine, Vitamine und Mineralien in ausgewogener Zusammensetzung. Beim Kauf solltest du auf eine natürliche Zusammensetzung ohne Zucker, künstliche Farbstoffe oder Palmöl achten. Markenprodukte aus dem Fachhandel oder spezialisierten Online-Shops bieten in der Regel geprüfte Qualität. Eine luftdichte Verpackung schützt die Nährstoffe und verhindert, dass das Futter Feuchtigkeit zieht.
Rezept: Frisches Eifutter mit Körnern & Gemüse
🕒 Zubereitungszeit:
ca. 5–7 Minuten
🐦 Menge:
für 2–4 Wellensittiche, 1 Tagesration
Zutaten:
- 1 Esslöffel fertiges Eifutter (z. B. von Quiko, CéDé, Orlux oder Versele-Laga)
- 1 Teelöffel Keimfutter oder aufgequollene Hirse
- ½ Teelöffel fein geriebene Karotte, Zucchini oder Apfel
- 2–3 Tropfen Wasser, um die Masse leicht anzufeuchten
- Optional: ein paar Körner aus der täglichen Futtermischung oder Vogelmiere
🥣 Eifutter vorbereiten
Gib das fertige Eifutter in eine kleine Schale. So lässt es sich gleichmäßig anfeuchten und gut vermengen.
💧 Wasser hinzufügen
Träufle vorsichtig 2–3 Tropfen Wasser über das Eifutter und rühre um, bis die Masse leicht feucht, aber nicht klebrig ist.
🌾 Keimfutter untermischen
Gib Keimfutter oder aufgequollene Hirse dazu. Das sorgt für frische Struktur und zusätzliche Vitamine.
🥕 Gemüse ergänzen
Hebe etwas fein geriebene Karotte, Zucchini oder Apfel unter. So wird das Eifutter noch nährstoffreicher und frischer.
🍃 Optional verfeinern
Für Abwechslung kannst du ein paar Körner aus der Futtermischung oder etwas Vogelmiere hinzufügen.
✅ Servieren
Serviere das Futter frisch und entferne Reste nach spätestens zwei Stunden, um Schimmelbildung zu vermeiden.
- Während Mauser oder Brutzeit: täglich eine kleine Portion (½ Teelöffel pro Vogel).
- Außerhalb dieser Phasen: 2–3× pro Woche.
- Nicht länger als 2 Stunden im Käfig lassen – bei Wärme schneller entfernen.
Hygiene und richtige Lagerung
Um die Nährstoffe zu erhalten, sollte Ei-Nährstofffutter immer kühl, trocken und dunkel gelagert werden. Ideal ist ein luftdichter Behälter, der das Futter vor Feuchtigkeit und Schädlingen schützt. Große Mengen können aufgeteilt werden, um sie länger frisch zu halten. Es ist wichtig, das Haltbarkeitsdatum regelmäßig zu prüfen und das Futter zu entsorgen, wenn es klumpt, muffig riecht oder sich verfärbt.
Auch die Hygiene beim Anbieten des Futters spielt eine große Rolle. Näpfe und Schälchen sollten regelmäßig gereinigt werden, da sich in feuchten Resten schnell Keime bilden. Einmal verdorbenes Eifutter kann zu Verdauungsproblemen und Krankheiten führen, daher ist Sauberkeit entscheidend.

Ei liefert Protein – Eifutter immer passend zur Lebensphase dosieren und frisch anbieten.
Verträglichkeit prüfen – nicht jeder Vogel reagiert gleich
Wie bei jedem Ergänzungsfutter kann auch beim Eiweißfutter die Verträglichkeit variieren. Manche Wellensittiche lieben den Geschmack sofort, andere brauchen etwas Eingewöhnungszeit. Es empfiehlt sich, das neue Futter langsam einzuführen und die Tiere dabei aufmerksam zu beobachten.
Zeigt ein Vogel Anzeichen von Appetitlosigkeit, Durchfall oder Unruhe, sollte die Fütterung sofort gestoppt und bei Bedarf ein vogelkundiger Tierarzt konsultiert werden. Die meisten Wellensittiche vertragen Eifutter jedoch sehr gut, wenn es frisch, hochwertig und richtig dosiert verabreicht wird.
Häufige Fragen zu Eiweißreiches Ergänzungsfutter für Wellensittiche
Ein Tipp für Halterinnen und Halter
Wenn du mehr über artgerechte Ernährung erfahren möchtest, lohnt sich ein Blick in den Ratgeber „Wellensittich-Ernährung“. Dort findest du ergänzende Hinweise zu Keimfutter, Frischfutter und Mineralien, die sich perfekt mit Eifutter kombinieren lassen.


Hi,
Meine Wellis lieben selbstgemachtes Eifutter.
Werdet Kreativ und gebt euren kleinen frisches Futter, wenn möglich.