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Vogelgrippe in Deutschland

Viele Halter sind verunsichert: Meldungen zur Vogelgrippe (aviäre Influenza / Geflügelpest) tauchen jedes Jahr erneut auf. Die Angst, dass die Krankheit auf die eigenen Wellensittiche übergreifen könnte, ist verständlich – besonders bei Außenhaltung. Dieser Beitrag zeigt dir, wie groß das reale Risiko ist, wie Stallpflicht-Regelungen zu verstehen sind und welche Maßnahmen für Wohnungshaltung und Außenvolieren wirklich sinnvoll sind.

Was ist die Vogelgrippe überhaupt?

Unter der umgangssprachlichen „Vogelgrippe“ versteht man Infektionen mit Influenza-A-Viren (z. B. H5N1), die bei Vögeln auftreten können. Die gefährliche Form wird „hochpathogene aviäre Influenza“ (HPAI) genannt. Sie betrifft vor allem Wassergeflügel, Möwen und Hausgeflügel. Ziervögel wie Wellensittiche können sich ebenfalls anstecken, jedoch ist dieses Risiko deutlich geringer – insbesondere bei reiner Wohnungshaltung.

Aktuelle und wissenschaftlich gesicherte Informationen liefert das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) .

Vogelgrippe-Trend 2025: Daten für Wellensittich-Halter

Karte Europas mit bestätigten Vogelgrippe-Fällen 2024/2025: Ausbrüche bei Geflügel, gehaltenen Vögeln und Wildvögeln, dargestellt durch rote Kreise, rote Quadrate und blaue Dreiecke.

Karte: HPAI H5-Fälle in Europa, Stand 30.10.2025

Was bedeutet „Stallpflicht für Geflügelhalter“?

Bei Ausbrüchen ordnen Behörden meist eine Stallpflicht an. Diese gilt in definierten Gebieten und verpflichtet Geflügelhalter dazu, ihre Tiere in geschlossenen Ställen oder unter Schutznetzen zu halten. Die Regelung zielt in erster Linie auf Nutzgeflügel ab – Hühner, Gänse, Puten, Enten.

Für Wellensittiche bedeutet das:

  • Reine Wohnungshaltung ist nicht betroffen.
  • Außenvolieren können unter die Stallpflicht fallen, wenn dein Landkreis „gehaltene Vögel“ mit einschließt.
  • Der genaue Wortlaut der Allgemeinverfügung ist entscheidend – im Zweifel beim Veterinäramt nachfragen.

Einen offiziellen Überblick zu Ausbruchszonen bietet das BMEL: BMEL – Geflügelpest .

Wie gefährlich ist Vogelgrippe für Wellensittiche?

Das hängt stark von deiner Haltung ab:

  • Wohnungshaltung = sehr geringes Risiko
  • Außenvoliere / Balkonvoliere = moderates Risiko
  • Gartenfreiflug = erhöhtes Risiko wegen Kontakt zu Wildvögeln

Ein entscheidender Punkt: Die meisten Infektionen entstehen nicht durch die Luft, sondern über kontaminierten Kot, Einstreu, Wasser oder Futter.

Wohnungshaltung: Was darf man – und was sollte man vermeiden?

Wer seine Wellensittiche ausschließlich drinnen hält, hat die beste Ausgangssituation. Die Tiere haben keinen Kontakt zu Wildvögeln, kein Risiko durch Außenwasser und keinen Kontakt zu Vogelkot.

Was du bedenkenlos machen darfst

  • Gewohnten Freiflug im Zimmer beibehalten.
  • Käfig & Umgebung normal reinigen (siehe Haltung und Pflege).
  • Zubehör, Futter und Einstreu im Innenraum sauber lagern.
  • Tierarztbesuche wie gewohnt wahrnehmen.

Was du lieber vermeiden solltest

  • Wellensittiche unbeaufsichtigt auf dem Balkon stehen lassen.
  • Außen gelagerte Futtersäcke oder Einstreu ohne Kontrolle in die Wohnung holen.
  • Vogelbörsen oder Ausstellungen besuchen, wenn die Geflügelpest-Lage angespannt ist.

Außenhaltung: Worauf Halter besonders achten müssen

Eine Außenvoliere ist grundsätzlich wunderschön – aber sie bedeutet auch Kontaktmöglichkeiten zu Wildvögeln. Genau hier entsteht das Risiko.

Was du unbedingt tun solltest

  • Voliere so absichern, dass kein Wildvogel hineinfliegen kann (Dach, Gitter, Plexi-Schutz).
  • Futter und Wasser ausschließlich im geschützten Innenbereich anbieten.
  • Regelmäßig gründlich reinigen.
  • Eigene Schuhe/Kleidung für den Volierenbereich benutzen.
  • Gesundheitszustand deiner Vögel beobachten – weiterführende Infos unter Gesundheit & Krankheit.
Große Außenvoliere im Garten mit Teich, üppiger Bepflanzung und gesicherten Gitterelementen.

Überdachte Außenvoliere mit Teich und dichter Bepflanzung – guter Schutz, solange Wildvogelkot und Außenkontakt zuverlässig abgehalten werden.

Dinge, die du vermeiden solltest

  • Außenvolieren in direkter Nähe zu Gewässern oder Rastplätzen von Wildvögeln.
  • Freiflug im Garten während offizieller Geflügelpestwarnungen.
  • Wildvögel durch Futterstellen in Volierennähe anlocken.
  • Neue Vögel ohne Quarantäne eingliedern (Eingewöhnung & Quarantäne).

Gibt es in deinem Landkreis aktuell Stallpflicht oder eine Geflügelpest-Allgemeinverfügung?

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Hygiene & Biosicherheit: Die wichtigsten Maßnahmen für Halter

Diese Punkte gelten unabhängig von der Haltungsform und reduzieren das Risiko für deine Wellensittiche deutlich:

  • Hände gründlich waschen vor und nach dem Kontakt mit den Vögeln.
  • Straßenschuhe in der Wohnung immer ausziehen: Auf Schuhsohlen können Viren, Bakterien oder Wildvogelkot haften. Wer in Innenräumen Sittiche hält, sollte konsequent ohne Straßenschuhe den Wohnbereich betreten.
  • Separate Schuhe oder CPE-Überzieher für Außenvolieren: Bei Außenhaltungen empfiehlt sich ein eigenes Paar „Voliere-Schuhe“ oder praktische CPE-Einweg-Schuhüberzieher, um keinen Erreger von draußen in die Voliere zu tragen.
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  • Saubere Lagerung von Futter, Einstreu und Zubehör – geschützt vor Wildvögeln und Feuchtigkeit.
  • Regelmäßige Reinigung von Sitzstangen, Gittern, Näpfen und Böden, bei Außenvolieren häufiger als in Innenhaltung.
  • Kein Kontakt zu Wildvögeln: Keine offenen Wasserstellen, keine Futterreste im Außenbereich, Voliere vollständig sichern.
  • Trinkwasser täglich wechseln und Gefäße gründlich ausspülen.

Was tun bei Verdacht?

  • Tier sofort beobachten.
  • Bei Apathie, Atemnot, neurologischen Ausfällen: sofort vogelkundigen Tierarzt kontaktieren.
  • Tote Wildvögel nicht anfassen – Fundstelle der Behörde melden.
  • Aktuelle Lage beim FLI oder Landkreis prüfen.

FAQ: Vogelgrippe bei Wellensittichen

Nein. Eine reine Wohnungshaltung ist normalerweise nicht betroffen, da deine Wellensittiche keinen Kontakt zu Wildvögeln oder potenziell kontaminiertem Außenmaterial haben. Trotzdem solltest du die Allgemeinverfügung deines Landkreises prüfen.

Wellensittiche gehören nicht zu den Arten, die typischerweise stark betroffen sind. Das Risiko ist bei Wohnungshaltung sehr gering. Bei Außenvolieren oder Gartenfreiflug steigt das Risiko, weil Kot oder Gefieder von Wildvögeln Überträger sein können.

Es gibt aktuell keine zugelassene Routine-Impfung gegen die hochpathogene aviäre Influenza (HPAI) für Wellensittiche. Empfehlungen können sich ändern, deshalb im Zweifel beim vogelkundigen Tierarzt nachfragen.

Ja, Tierarztbesuche sind weiter erlaubt. Nur in streng geregelten Sperr- oder Schutzgebieten kann es zu Transportbeschränkungen kommen. Informiere dich vorher bei deinem Landkreis, wenn du durch betroffene Regionen fährst.

Nur, wenn sie wirklich wildvogelsicher ist. Das bedeutet: Dach, Seitenwände, keine Lücken, geschütztes Futter und Wasser. Wenn Wildvögel Zugang haben könnten, sollte deine Außenvoliere während der Stallpflicht nicht genutzt werden.

Ja, das ist möglich – allerdings nicht sehr wahrscheinlich. Risiko entsteht durch Kot, Federn, kontaminiertes Wasser oder Futter. Je enger der Kontakt, desto größer die Gefahr. Innenhaltung ist daher sehr sicher.

Nicht zwingend. Eine generelle Aufstallungspflicht betrifft in erster Linie Geflügel. Ob Ziervögel betroffen sind, steht in der Allgemeinverfügung. Viele Ämter schließen „gehaltene Vögel“ ein – deshalb immer genau lesen oder beim Veterinäramt fragen.

Apathie, Atemnot, neurologische Störungen, plötzliche Schwäche, stark verschlechterter Allgemeinzustand. Bei solchen Warnsignalen sofort einen vogelkundigen Tierarzt kontaktieren. Vogelgrippe ist allerdings nur sehr selten die Ursache.

Die klare Trennung zwischen deinen Wellensittichen und Wildvögeln. Gute Hygiene, geschützte Außenhaltung, sauberes Futter und Wasser – und informiert bleiben.

Fazit: Gut informiert – gut geschützt

Die Vogelgrippe ist für Geflügelhalter ernst, für Wellensittiche jedoch selten ein direktes Problem. Mit guter Hygiene, klaren Sicherheitsmaßnahmen und dem Vermeiden von Wildvogelkontakt schützt du deine Tiere zuverlässig. Reine Wohnungshaltung ist besonders sicher; Außenvolieren sollten bei hoher Geflügelpestlage zusätzlich geschützt werden.

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Vögel sind meine Leidenschaft: Schon seit Kindheitstagen ist mein Leben eng mit Wellensittichen verbunden. Mittlerweile bereichern auch andere australische Sittiche meinen Alltag. Als aktives Mitglied der AZ e. V. teile ich hier fundiertes Praxiswissen für eine Haltung, bei der das Tierwohl an erster Stelle steht. Dieses Projekt betreibe ich mit viel Herzblut – unabhängig, ehrlich und zur Kostendeckung finanziert durch *Affiliate-Links und Werbung.

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