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Wellensittich mit Grabmilben am Schnabel – typische Verkrustungen durch Räudemilben erkennen
Milben beim Wellensittich sind keine Seltenheit – und dennoch bleibt ein Befall häufig unbemerkt.
Die winzigen Parasiten leben auf der Haut, im Gefieder oder in den Atemwegen der Vögel und können Juckreiz, Verkrustungen und sogar Atemnot verursachen. Dieser Ratgeber erklärt, wie du Milben erkennst, welche Arten es gibt, welche Behandlung wirklich hilft und wie du deinen Wellensittichen dauerhaft Schutz bieten kannst. Eine ausgewogene Ernährung mit frischem Grünfutter wie Vogelmiere stärkt zusätzlich das Immunsystem.

🧬 Was sind Milben und Ektoparasiten?

Milben zählen zu den sogenannten Ektoparasiten – also Organismen, die auf der äußeren Körperoberfläche ihres Wirts leben. Sie ernähren sich von Blut oder Gewebeflüssigkeit und können Hautreizungen, Entzündungen und sekundäre Infektionen auslösen.

Auch wenn Milben winzig sind, können sie großen Schaden anrichten – daher ist frühes Erkennen und Handeln entscheidend.

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🔎 Woran erkennt man Milben beim Wellensittich?

Ein Milbenbefall äußert sich je nach Art unterschiedlich. Typische Symptome sind:

  • Juckreiz und häufiges Kratzen
  • Kahle Stellen oder Federverlust
  • Verkrustungen an Schnabel, Augen oder Beinen
  • Unruhe und auffälliges Putzverhalten
  • Atemgeräusche oder Atemnot bei Luftsackmilben

Wenn dein Wellensittich sich ungewöhnlich oft putzt oder rupft, ist das ein deutliches Warnsignal.
Ein genauer Blick auf Haut und Gefieder lohnt sich – besonders, wenn bereits Vitamin-A-Mangel oder andere Schwächen bestehen, die die Haut anfälliger machen.

🧩 Welche Milbenarten gibt es beim Wellensittich?

🩺 Grabmilben (Räudemilben) beim Wellensittich

Grabmilben sind winzige Parasiten, die sich in die oberen Hautschichten bohren.
Sie ernähren sich von Zellflüssigkeit und verursachen borkige, grauweiße Krusten – vor allem am Schnabel, an der Wachshaut und an den Beinen.

Grabmilben beim Wellensittich am Schnabel

Grabmilben verursachen beim Wellensittich schuppige Krusten am Schnabel und an der Wachshaut – ein häufiges Anzeichen für Räudemilbenbefall. ©Vasiliy Koval/stock.adobe.com

Typische Anzeichen

  • Hellgraue bis weiße Schuppen („Schuppengesicht“)
  • Verformter Schnabel durch Hornhautwucherungen
  • Juckreiz und häufiges Reiben an Gegenständen
  • Ausbreitung auf Augenlider, Kloake und Beine

Ein geschwächtes Immunsystem, Stress oder falsche Haltung begünstigen den Ausbruch. Viele Vögel tragen Grabmilben latent in sich, ohne Symptome – bis die Abwehr geschwächt ist.

Behandlung

Beim Tierarzt wird meist ein Spot-on-Präparat mit Ivermectin eingesetzt.
Ein Tropfen auf die Haut im Nacken reicht, um die Milben abzutöten.
Die Behandlung wird nach 10–14 Tagen wiederholt.

  • Käfig, Sitzstangen und Zubehör gründlich reinigen
  • Naturäste austauschen
  • Keine Hausmittel ohne tierärztliche Rücksprache
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🕷️ Rote Vogelmilbe (Dermanyssus gallinae)

Die Rote Vogelmilbe ist einer der häufigsten Parasiten bei Ziervögeln.
Sie ist nachtaktiv und versteckt sich tagsüber in Ritzen oder unter Sitzstangen.
Nachts saugt sie Blut – was zu Unruhe und Blutarmut führen kann.

Rote Vogelmilbe – blutsaugender Parasit, der bei Wellensittichen Juckreiz und Blutarmut verursacht

Die Rote Vogelmilbe ist ein nachtaktiver Parasit, der Wellensittiche befällt und Blut saugt – sichtbar unter dem Mikroskop. ©Luis Fernández García/cc-by-sa-2.5-es

Symptome

  • Unruhe in der Nacht
  • Blasse Haut und Schleimhäute
  • Abgeschlagenheit, Appetitlosigkeit
  • Tod der Jungvögel bei starkem Befall

Erkennung

Lege nachts ein weißes Tuch über den Käfig.
Am nächsten Morgen sind kleine rotbraune Punkte sichtbar – das sind Milben.

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Behandlung

  • Kontaktinsektizide vom Tierarzt
  • Zweimalige Anwendung im Abstand von 5–14 Tagen
  • Alle Käfigteile, Sitzstangen und Nester gründlich reinigen

🎥 Video-Tipp:
Was ist die Rote Vogelmilbe? Jetzt ansehen

🪶 Federlinge & Federmilben

Federlinge gehören zur Ordnung der Tierläuse und leben dauerhaft im Gefieder.
Sie ernähren sich von Hautschuppen und Federmaterial und verursachen Juckreiz, Schlafmangel und Unruhe.

Erkennung

  • Abgenagte Federränder
  • Ständiges Putzen und Federzupfen
  • Kleine, bewegliche Parasiten sichtbar im Federkleid

Behandlung

Wie bei anderen Milbenarten hilft ein Kontaktinsektizid vom Tierarzt.
Alternativ kann ein biologisches Sprühmittel auf Kräuterbasis verwendet werden – Augen und Schleimhäute schützen!

Ein gut gepflegtes Gefieder mit Zugang zu frischem Frischfutter und gesunder Kost unterstützt die Regeneration der Haut.

💨 Luftsackmilben beim Wellensittich

Luftsackmilben befallen die Atemwege und können lebensgefährlich werden.
Sie verursachen Atemnot, pfeifende Geräusche und Bewegungsunlust.
Wenn dein Vogel schwer atmet oder „schnorchelt“, suche sofort einen vogelkundigen Tierarzt auf.
Die Behandlung erfolgt meist ebenfalls mit Ivermectin.

🌿 Biologische Milbenbekämpfung mit Raubmilben

Raubmilben (Hypoaspis miles) sind natürliche Gegenspieler der roten Vogelmilbe.
Sie werden gezielt als Nützlinge eingesetzt und ernähren sich ausschließlich von anderen Milbenarten.

Vorteile:

  • 100 % biologisch und chemiefrei
  • Keine Gefahr für Wellensittiche oder Menschen
  • Wirksam gegen Milben in Ritzen und Fugen

In Außenvolieren sind Raubmilben eine nachhaltige und tierschonende Lösung.

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🧽 Milben vorbeugen – das kannst du tun

  • 🧼 Käfig regelmäßig reinigen und desinfizieren
  • 🌳 Naturäste regelmäßig austauschen
  • 🚫 Neuzugänge in Quarantäne halten
  • 🌡️ Keine feuchten oder warmen Volieren
  • 🥦 Artgerechte Ernährung zur Stärkung des Immunsystems
  • 🧺 Futter trocken und hygienisch lagern

Mehr zur idealen Haltung und Pflege findest du auf der Seite
Haltung & Pflege von Wellensittichen.

❓FAQ – Häufige Fragen zu Milben beim Wellensittich

Ein Milbenbefall kann für Wellensittiche ernsthafte Folgen haben. Unbehandelt führt er zu Hautreizungen, Entzündungen, Blutarmut oder Atemnot. Besonders gefährlich sind Luftsackmilben, da sie die Atmung stark beeinträchtigen können.
Die meisten Milbenarten sind wirtsspezifisch und befallen ausschließlich Vögel. Nur die Rote Vogelmilbe kann vorübergehend auch Menschen stechen, überlebt aber ohne Wirt meist nicht lange.
Die Dauer hängt von der Milbenart ab. In der Regel erfolgt eine Behandlung über 1–3 Wochen, oft mit Wiederholung nach 10–14 Tagen, um auch Eier und Larven abzutöten. Die Umgebung sollte parallel gründlich gereinigt werden.
Nein, solche Sprays sind nicht für Vögel geeignet und können giftig wirken. Verwende nur vom Tierarzt empfohlene Präparate oder sichere biologische Mittel wie Raubmilben.
Nach etwa zwei Wochen sollte das Gefieder wieder glatt und die Haut frei von Krusten sein. Verhält sich der Vogel ruhig, frisst normal und kratzt sich nicht übermäßig, ist die Behandlung meist erfolgreich abgeschlossen.

💬 Fazit & Leserhinweis

Milbenbefall ist für Wellensittiche unangenehm, aber kein Grund zur Panik.
Mit etwas Erfahrung, Hygiene und Geduld lassen sich Parasiten gut in den Griff bekommen.
Beobachte deine Vögel regelmäßig – ihr Verhalten verrät oft früh, wenn etwas nicht stimmt.

Wenn dir dieser Artikel geholfen hat, findest du auf dem
Wellensittich-Magazin
weitere Themen rund um Gesundheit, Verhalten und Ernährung deiner gefiederten Freunde.

Bleib informiert – für ein gesundes und glückliches Wellensittichleben! 🐦

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Vögel sind meine Leidenschaft: Schon seit Kindheitstagen ist mein Leben eng mit Wellensittichen verbunden. Mittlerweile bereichern auch andere australische Sittiche meinen Alltag. Als aktives Mitglied der AZ e. V. teile ich hier fundiertes Praxiswissen für eine Haltung, bei der das Tierwohl an erster Stelle steht. Dieses Projekt betreibe ich mit viel Herzblut – unabhängig, ehrlich und zur Kostendeckung finanziert durch *Affiliate-Links und Werbung.

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    Anne 14. Februar 2022 at 22:13 - Reply

    Ein Tipp für alle die Milbenbefall an ihren Vögeln festgestellt haben:
    Hängen Sie ein Stück Filz in Ihren Vogelkäfig die Milben werden sofort in den Filz einziehen.