Ja, Mutterkorn kann grundsätzlich auch in körnerhaltigem Wellensittichfutter vorkommen. Der Pilz befällt Getreide und Gräser; befallene Sklerotien können bei der Ernte ins Futter gelangen. Besonders häufig betrifft dies Roggen und Triticale, möglich ist es jedoch auch bei Weizen, Gerste, Hafer und Wildgräsern.
Im regulären Handel wird Futtermittel kontrolliert. Für ungemahlenes getreidehaltiges Futter gilt ein EU-Höchstgehalt von 1.000 mg Mutterkorn pro kg. Das Risiko ist bei hochwertigem, fachgerecht produziertem Vogelfutter deshalb deutlich geringer als bei selbst gesammelten Ähren, Wildgräsern oder schlecht gelagerter Ware.
Wichtig: Nicht jede Belastung ist mit bloßem Auge sichtbar, denn Ergotalkaloide lassen sich zuverlässig nur chemisch nachweisen. Auffällige lange, dunkle bis schwarzbraune, hornartige Körnerteile sind aber ein klarer Grund, das Futter vorsichtshalber nicht weiter zu verwenden. Weitere Hinweise zur sicheren Fütterung findest du im Artikel Wellensittich-Ernährung.